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Innovationspreise für Forscher am Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik

Essen. Die AVK-Innovationspreise 2010 sind dem Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik (PuK, Institutsleiter: Prof. Gerhard Ziegmann) der TU Clausthal anlässlich der AVK-Tagung im September in Essen verliehen worden. Damit würdigt die AVK (Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e.V.) jährlich besonders hervorragende Entwicklungen im Bereich der verstärkten Kunststoffe.
 
In der Kategorie Umwelt gewann das Clausthaler Institut, gemeinsam mit dem Faserinstitut Bremen (Leiter: Prof. Axel Herrmann), mit dem Projekt „Organofolien“. Beim Produkt „Organofolie“ handelt es sich um einen neuartigen Recyclingwerkstoff, in dem hochwertige Faserabfälle aus technischen Anwendungen wiederverwertet werden. Derartige Abfälle entstehen bei der Produktion von Flugzeugbauteilen, Rotorblättern für Windenergieanlagen, bis hin zu Bauteilen im Automobilbau. Dank einer neu entwickelten Recyclingtechnik ist es nun möglich, durch eine definierte Ausrichtung die Eigenschaften von Randabschnitten hochwertiger technischer Fasern optimal zu nutzen. Nur durch diese bisher nicht mögliche Einstellung der Faserorientierung können Recyclingfasern in hochwertigen Leichtbauanwendungen, etwa in Automobilbauteilen, Fahrrädern, Möbeln oder Lautsprechern, eingesetzt werden. „Leichtbau und Recycling sind zukünftige Schlüsseltechnologien, um Ressourcen zu schonen und CO2-Emissionen zu reduzieren“, so die Clausthaler Diplom-Ingenieurin Sonja Niemeyer. „Gewebeverschnitte aus teuren Glas- oder Kohlenstofffasern können erstmals zu ausgerichteten Fasern aufbereitet und für hochwertige Anwendungen eingesetzt werden.“  Diplom-Ingenieur Henrik Dommes vom Faserinstitut Bremen rechnet sich für die Organofolie gute Chancen für die Zukunft aus: „Mit unserer Recyclingtechnologie wird es künftig möglich sein, kostengünstige hochwertige Artikel für unterschiedliche Märkte aus Faserverbundkunststoffen zu fertigen. Das geringe Gewicht aber auch die Faserorientierung ermöglichen belastungsgerechte Leichtbauanwendungen, die Energie und Kosten einsparen.“ Der geringere Preis und die bessere Verarbeitbarkeit eröffnen neue Marktchancen für faserverstärkte Kunststoffe.

In der Kategorie Hochschule wurde das Clausthaler Institut für das Projekt „Duroplastsschweißen“ mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Beim Duroplastsschweißen handelt es sich um ein neues Fügeverfahren für duroplastische Faserverbundbauteile. Eine thermoplastische Funktionalschicht und die Verwendung von Kohlenstofffaser als Heizelement ermöglichen das Widerstandsschweißen von duroplastischen Bauteilen, die bisher durch Nieten und nur bedingt durch Kleben zu fügen waren. „Mit unserem Duroplastschweißverfahren wird es künftig möglich sein, weitgehend nietfreie Faserverbundbauteile in relativ kurzen Arbeitschritten zu fertigen. Dies bedeutet eine enorme Gewichtreduktion und damit verbunden eine erhebliche Kostenersparnis.“ So der Clausthaler Diplom-Ingenieur Widyanto Surjoseputro. An dieser Technologie haben Luftfahrt- und Automobilindustrie bereits großes Interesse gezeigt.

Die beiden neuen Technologien sind zum Patent angemeldet.


Kontakt:
Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik
TU Clausthal
Dipl.-Ing. Widyanto Surjoseputro
Tel.-05323/ 72 2549
E-Mail: widyanto.surjoseputro@tu-clausthal.de

Institut für Polymerwerkstoffe und Kunststofftechnik
TU Clausthal
Dipl.-Ing. Sonja Niemeyer
Tel.-05323/ 72 2426
E-Mail: sonja.niemeyer@tu-clausthal.de

Faserinstitut Bremen e.V.
Dipl.-Ing. Henrik Dommes
Tel.: 0421 / 218 - 9338
E-Mail: dommes@faserinstitut.de

 

 

(von Links) Dipl.-Ing. Sonja Niemeyer, Prof. Dr.-Ing. Gerhard Ziegmann,

Dipl.-Ing. Widyanto Surjoseputro

 

Duroplastsschweißen – Anwendungsbeispiel: A-Stringer verstärktes

duroplastisches CFK-Paneel

Organofolie – Schematische Darstellung des Prozesses

 

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