RE:LIGHT - Recyclable LIGHTweight Technologies

Die europäische Flugzeugindustrie steht vor einem tiefgreifenden doppelten Strukturwandel. Einerseits müssen Produktions- und Wertschöpfungssysteme nachhaltiger und ressourcenschonender gestaltet werden, andererseits erzwingt der zunehmende Fachkräftemangel neue Formen der Automatisierung. In diesem Spannungsfeld entstehen völlig neue Anforderungen an Fertigungsprozessketten, Strukturbauweisen und Werkstoffe, insbesondere im Bereich des Leichtbaus. Das Projekt RE:LIGHT setzt genau hier an: Es verfolgt das Ziel, die bestehende Forschungsinfrastruktur am PuK-Standort in Stade gezielt zu erweitern, um eine forschungs- und industrienahe Basis für eine menschenzentrierte, adaptive und kreislauffähige Leichtbauproduktion im Flugzeugbau zu schaffen.

Ein besonderer Fokus des Instituts liegt auf der Entwicklung und Untersuchung systematisch modifizierter, recyclingfähiger Materialsysteme auf Basis kohlenstofffaserverstärkter Thermoplaste (CFRT). Dabei ist das Ziel, innovative Werkstoffe nicht nur für die Primärfertigung, sondern auch hinsichtlich Trennbarkeit, Wiederverwertbarkeit und Kreislauffähigkeit gezielt zu gestalten und zu bewerten. Die bestehende Laborausstattung wird daher in RE:LIGHT um spezifische Analyse- und Verarbeitungstechniken ergänzt, die eine umfassende werkstofftechnische Charakterisierung sowie die Ableitung anwendungsnaher Material- und Prozessstrategien ermöglichen.

Hierzu stehen dem Institut in den nächsten zweieinhalb Jahren insgesamt 1,3 Mio. € aus dem Europäischen Fond für regionale Entwicklung zur Verfügung. Geplant ist unter anderem die Beschaffung eines leistungsstarken Doppelschneckenextruders, der speziell auf die Verarbeitung faserverstärkter Hochleistungsthermoplaste ausgelegt ist. Außerdem wird die, bisher auf thermische und mechanische Analysen fokussierte, Laborausstattung am Standort um weitere analytische Dimensionen erweitert. Hierzu werden ein Rasterelektronenmikroskop (REM) und ein Infrarotspektrometer (IR) beschafft.